
Wenn man der Atomindustrie Glauben schenken würde, führte kein Weg an Strom aus AKWs vorbei. Einer beispiellosen Marketing-Campagne der Atomlobby zufolge wäre das die Energiequelle der Zukunft schlechthin. – Die Schere zwischen Wahrnehmung und Tatsachen wird so immer größer.
Mycle Schneider und viele weitere Autoren verfassen seit 2007 jährlich den World Nuclear Industry Status Report (WNISR), in dem Fakten zum aktuellen Stand zusammengetragen werden. Am 14. November wurde dieser im Umweltministerium in Wien präsentiert und auch das Anti Atom Komitee durfte mit Gerold Wagner dabei sein.
Kurz zusammengefasst:
- Es gibt nicht mehr Reaktoren weltweit als im Jahr zuvor.
- Zwar ist die Atomstromproduktion marginal gewachsen, das ist aber einzig auf Chinas Aktivitäten zurückzuführen.
- Der Anteil an Atomstrom weltweit ist auf etwa 9 % gesunken.
- Neue Reaktoren werden großteils von Russland und China gebaut
- Der Neubau stagniert, viele Projekte verzögern sich oder werden sogar wieder aufgegeben, bestehende AKWs sind überaltert.
- Hauptakteur ist Russland und dominiert den Markt beim Baus von AKWs oder der Erzeugung von Brennstoff

