
Japan war schon mehrfach Atomopfer: 1945 durch den Abwurf von Atombomben über Hiroshima und Nagasaki, 1999 der Unfall in einer Brennelementefabrik in Tōkai-mura und schließlich am 11. März 2011 durch den von einem Tsunami ausgelösten GAU in Fukushima. Besonders die letzte Katastrophe ist noch lange nicht ausgestanden. Allein die Verklappung von radioaktivem Wasser in den Pazifik soll noch etwa 30 Jahre dauern. Die Kosten insgesamt sind enorm. Trotzdem gibt es Überlegungen und Maßnahmen, wieder zur Atomkraft zurückzukehren und auch den Neubau von AKWs wieder zuzulassen. Auf Initiative der Wiener Plattform Atomkraftfrei war dies für das Anti Atom Komitee und zahlreiche weitere österreichische NGOs der Anlass für eine Kundgebung vor der japanischen Botschaft in Wien. Gemeinsam wurde auch ein Brief an den Botschafter verfasst.

Eine gemeinsame Stellungnahme:
Fukushima: Nicht vergessen, nicht vorbei!
14. Jahrestag der Katastrophe – Appell an japanischen Botschafter übergeben – alle AKWs in Japan sollen dauerhaft stillgelegt werden.
Zum 14. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima gedenken die Aktivist:innen der Wiener Plattform Atomkraftfrei unter dem Motto „Nicht vergessen, nicht vorbei!“ gemeinsam mit den österreichischen Antiatom-NGOs atomstopp_atomkraftfrei leben!, Plattform gegen Atomgefahren Salzburg, Anti Atom Komitee, Waldviertler Energie Stammtisch, Vorarlberger Plattform gegen Atomgefahren, Verein „Sonne und Freiheit“, Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit und der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 der zahlreichen Opfer der Katastrophe.
In drei Reaktoren des AKWs Fukushima Daiichi kam es durch ein Seebeben der Stärke 9.0 und dem nachfolgenden Tsunami zur Kernschmelze und in der Folge zum Super-GAU. Die weitreichenden Auswirkungen dieses schweren Unfalls auf das Leben der Menschen durch die Verseuchung von Boden, Luft und Meer sind katastrophal und bis heute nicht ausgestanden.
Folgen nicht abschätzbar
Trotz dieser Katastrophe hält Japan an seiner Atompolitik fest: In der „Green Transformation Policy“ hat die japanische Regierung Anfang 2023 beschlossen, sowohl den Neubau als auch längere Laufzeiten für AKWs zuzulassen. „Für uns ist dieser Beschluss in keiner Weise nachvollziehbar“ argumentieren die Aktivist:innen, „da dadurch das Risiko vor allem für die japanische Bevölkerung verlängert und erhöht wird.“
Die Verklappung des radioaktiv kontaminierten Kühlwassers ins Meer – seit 2023 durch die IAEO allerdings positiv bewertet – wird von den Antiatom-NGOs als überaus bedenklich betrachtet. „Selbst wenn das Wasser durch technisch und finanziell aufwändige Verfahren vorgereinigt ist, wird das Meer über Jahrzehnte mit Tritium verseucht. Schäden für die Tier- und Pflanzenwelt können nicht ausgeschlossen werden, ebenso wenig wie die Anreicherung radioaktiver Stoffe in der Nahrungskette“, kritisiert der NGO-Zusammenschluss.
„Insbesondere wegen der Gefahr von Erdbeben, durch die weitere, ähnliche Unfälle nicht auszuschließen sind, sollte Japan als hochzivilisiertes und hochtechnologisches Land seine Energieversorgung durch den Ausbau der Erneuerbaren Energiequellen auf eine für Mensch und Umwelt verträglichere Art und Weise umstellen“, fordern die Aktivist:innen, „Alle bestehenden Atomkraftwerke müssen umgehend abgeschaltet werden!“
Die Mär vom Revival
„Es gibt trotz Unsummen an Investitionen keine Renaissance der Atomenergie. Laut Zahlen der IAEO wurden 2024 lediglich zwei AKW mit vier Gigawatt Leistung in Betrieb genommen – weltweit. Zum Vergleich: Alleine Deutschland hat 2024 vier Gigawatt an Windkraft errichtet. Es boomen Solar und Wind, die viel preiswerter Strom liefern und keinen für über 1 Million Jahre tödlich strahlenden Atommüll erzeugen“, entlarvt Patricia Lorenz, Antiatom-Sprecherin von GLOBAL 2000, gängige Narrative der Atomindustrie als Humbug.
Beteiligt waren:
Wiener Plattform Atomkraftfrei, atomstopp_atomkraftfrei leben!, Plage Salzburg, Waldviertler EnergieStammtisch, Global2000, Dr. Peter Weish, Anti Atom Komitee, Mütter gegen Atomgefahr
sowie Verein Sonne und Freiheit, Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Vorarlberger Plattform gegen Atomgefahr
Foto: oben: © GLOBAL 2000/Christoph Gerhardt
unten: AAK

